Deutschland

Trainer- und Prüferscheine für BDS-Kung-Fu (Zukunftsperspektive Kinderprogramm)

Die Herausforderung

Nach 15 Jahren des Wing-Tsjun-Unterrichts an Kinder musste Dai-Sifu Böhlig ernüchtert feststellen, dass er immer wieder auf vier Grundprobleme stieß:

1. Fehlende Motivation bei den Kindern aufgrund der Komplexität der Wing-Tsjun-Techniken.

2. Lustlosigkeit aufgrund Fehlens von Tritten, Sprüngen und Kind-gerechten Spielen.

3. Einschränkung des Unterrichtsprogrammes, da kein verantwortungsbewusster Trainer gefährliche WT-Techniken wie Fingerstöße in die Augen, Tritte zum Unterleib oder andere Techniken, die schwere Verletzungen beim Gegenüber hervorrufen können, an Kinder unterrichten sollte.

4. Fehlende Zusatzqualifikationen für WT-Trainer, die mit Kindern arbeiten im Hinblick auf pädagogische Mittel.

 

Ein Erfolgskonzept

Aus dieser offensichtlichen Notwendigkeit heraus, entwickelte er Anfang 2005 das BDS-Kung-Fu für Kinder, welches neben altersgerechten Unterrichtsmetho-den, motivierenden Spielen und mit Spaß auszuführenden Herausforderungen, neben rudimentären Wing-Tsjun-Techniken ebenfalls einen Einblick in sämtliche gängigen Kampfkünste und ?sportarten ermöglicht.

So lernt das Kind angelehnt an das offizielle Budo-Gürtel-System z.B. für den weißen Gürtel Boxtechniken kennen und sich durch Wing Tsjun gegen sie zu behaupten. Im Programm für den gelben Gürtel erhält es dann eine Einführung in Karate-Tritte und lernt auch gegen diese erfolgreich vorzugehen.

Nachdem die Kinder alle 8 Gürtel bis zum Braungurt durchlaufen haben, nehmen sie an der Prüfung zum schwarzen Gürtel teil, welche das Equivalent zur 1. Schülergradprüfung des Wing-Tsjun-Programms für Erwachsene ist. Von da an können sich die Kinder entscheiden, ob sie nun direkt mit Wechsel in die Jugendgruppe am Wing Tsjun festhalten, oder sich doch für eine der anderen Disziplinen entscheiden möchten, die sie ja nun bereits kennen lernen durften.

Resultat war ein Anstieg der Mitgliederzahlen von 80% (!) und eine Leistungssteigerung der Kinder, die er sich nicht einmal erträumt hatte. Nicht nur wachsen die Kinder als Allround-Kampfkünstler und sind in der Lage, den Spagat einzunehmen und sich erfolgreich auch gegen Ältere zu wehren, sondern sind fitter, flexibler, kampfstärker und selbstbewusster als je zuvor.

 

Moralisches Denken als Lebenseinstellung

Die vielleicht wichtigste Komponente des Kung-Fu-Trainings ist allerdings das wöchentlich stattfindende moralische Werte-Programm, welches durch die Trainer vermittelt wird.

Hier wird den Kindern die Wichtigkeit von Tugenden wie Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit, Integrität etc. vermittelt und sie werden anhand von Hausaufgaben, die sich ebenfalls mit diesen Werten befassen, zur Mitarbeit aufgefordert. Haben die Kinder die Hausaufgaben nun zu Hause gelöst, geben sie diese an die Eltern weiter, die sie erst dann unterschreiben, wenn sich ihr Kind in diesem Monat sowohl gut zu Hause verhalten hat, anständige Resultate aus Kindergarten oder Schule erreicht hat und sich außerdem in der Kung-Fu-Gruppe benommen hat.

Bei Abgabe der Hausaufgaben in der BDS-Schule, erhalten die Kinder ein Leistungsabzeichen in Form eines Aufnähers, der an die Uniformhose genäht werden kann. Für besondere Verdienste (wie das Erreichen der Note 1 Im Schulunterricht, dem Helfen eines anderen Kindes in einer Gefahrensituation oder besondere soziale sportliche Verdienste), wird der große WTI-Aufnäher verliehen, welcher auf die Schulter genäht wird.

Trainerscheine BDS-Kung-Fu

1. Lizenz Kindertrainer:

Zweimal im Jahr finden die Trainerlehrgänge für Kindertrainer und Kinderprüfer im WTI-Hauptquartier in Langenfeld statt. Teilnahmevoraussetzung ist der abgeschlossene 4. Schülergrad im Wing Tsjun. Hier lernen die angehenden Trainer an einem äußerst intensiven Wochenende Techniken aus verschiedenen Kampfstilen und lernen den Umgang mit Kindern im Kung-Fu-Unterricht.

Da z.B. hohe Tritte fremder Stile für viele WT-ler ein Novum sind und eine Menge Streching benötigen, werden alle Teilnehmer sechs Monate nach dem Lehrgang ein weiteres Mal in die Akademie eingeladen um zu demonstrieren, in wie weit sie das Programm beherrschen. Erst dann geht es für diejenigen, die z.B. in einer vorgegebenen Höhe technisch korrekte Tritte vorweisen können, zur Urkundenvergabe.

 

2. Lizenz Kinderprüfer:

Nachdem der Kindertrainer mindestens 6 Monate lang Erfahrung im Kindertraining gesammelt hat und mindestens den 12. Schülergrad im Wing Tsjun besitzt und eine eigene BDS-Schule führt, darf er am Lehrgang für Kinderprüfer teilnehmen. Auch hier ist wieder die Regelung von einer sechs-monatigen Vorbereitungszeit gegeben. Danach darf der Schulleiter seine eigenen Mitglieder einer Kindergruppe auf eigene Rechnung prüfen. Ausgenommen von dieser Regelung ist die Schwarzgurt-Prüfung.