WT-Schule-Simon

Kurse für Mädchen

Bei den Kursen werden Tabuthemen angesprochen. Es geht um den sexuellen Missbrauch von Mädchen und Frauen, sowie Vergewaltigungen.

Ziel der Arbeit ist es, Mädchen im Sportunterricht ein richtiges "Bewusstsein" zu vermitteln; ein Bewusstsein, seine Umwelt und Mitmenschen richtig wahrzunehmen und einzuschätzen um so direkt im Ansatz Belästigungen sexueller Art und einen evtl. daraus resultierenden Übergriff zu verhindern.

Aber auch die Stärke, sich von Schuldgefühlen frei machen zu können, die nach einem solch furchtbaren Erlebnis aufkeimen können, gehören zum Thema. Viele Frauen und Mädchen fühlen sich nach einer Vergewaltigung schuldig am Geschehenen. Paradoxerweise übernimmt das Opfer sozusagen die Schuldgefühle, die der Täter haben sollte.

Im Kurs wird über Erfahrungen gesprochen und analysiert, wie man sich situationsbezogen hätte verhalten können bzw. generell in Stresssituationen verhalten sollte um Eskalationen zu vermeiden. Ebenfalls wird die Wichtigkeit angesprochen, sich nach einer Vergewaltigung unbedingt einer Person des Vertrauens oder der Polizei gegenüber zu öffnen, das Schweigen zu brechen und über das Erlebte zu reden.

In Rollenspielen lernen die Mädchen, bewusst “Nein” zu sagen und sich ihrer Gestik und Mimik bewusst zu werden. Täterprofile werden erstellt und Orte werden aufgeführt, an denen es statistisch besonders häufig zu Übergriffen kommt.

Natürlich wird ein Großteil des Kurses auf das Üben effektiver Selbstverteidigungstechniken verwendet, um den Teilnehmerinnen die Möglichkeit zu geben, sich erfolgreich aus einem Angriff befreien und aus der Situation entkommen zu können.

Kurse für Jungen

Im Konzeptionellen unterscheidet sich der Präventionskurs für Jungen hauptsächlich durch die sog. "Anmachphase" von dem für Mädchen. Während die erste Begegnung zwischen Frau und Aggressor meist unterschwellig freundlicher abläuft (der Angreifer wird zudringlich und legt den Arm um sein Opfer etc.) finden sich Jungen von Beginn der Auseinandersetzung an direkt einem uralten ritualisierten Verhaltensmuster ausgesetzt, das seit Jahrtausenden immer wiederkehrenden Regeln folgt.

1. Der Blickkontakt

Jeder körperlichen Auseinandersetzung geht der Blickkontakt voraus, durch welchen der Aggressor sich sein "Opfer" aussucht. Erkennt dieses früh genug, dass es "fixiert" wird, hat es dennoch Möglichkeiten, einer Konfrontation zu entgehen.

2. Die Ansprechphase:

"Was kuckst du so? Machst du mich an?" Mit diesen und ähnlichen Sprüchen, konfrontiert der Aggressor sein Gegenüber, um herauszufinden, ob mit Gegenwehr zu rechnen ist. Auch hier ist es möglich, durch bestimmte Übungen zu Gestik und Mimik, der Gefahr zu entkommen.

3. Die Schubs-Phase:

Ähnlich Haien, die ihr potentielles Opfer vor dem eigentlichen Angriff erst einmal rammen, um zu erfahren, ob ein Angriff das Risiko verletzt zu werden wert sein würde, schubst der Angreifer sein Gegenüber. Kommt nun keine massive Gegenwehr, ist es nahezu unmöglich, eine Schlägerei zu vermeiden. Den Jungen werden Wege erklärt, bewusst und de-eskalierend eine körperliche Konfrontation zu vermeiden.

4. Die eigentliche körperliche Auseinandersetzung

Fühlt der Aggressor sich überlegen genug und reichen ihm verbale Demütigungen nicht mehr aus um sein Ego zu befriedigen, so folgt nun der eigentliche Kampf bzw. das Schlagen des Opfers. In den meisten Fällen ist dieses bereits dermaßen demoralisiert und eingeschüchtert, dass von einer ernsthaften Gegenwehr nicht zu sprechen ist.

Daher werden den Jungen, wie auch den Mädchen in den Präventionskursen effektive Selbstverteidigungstechniken beigebracht, die auch in extremen Stresssituationen funktionieren.

Allerdings wird darauf Wert gelegt, den Schülern zu vermitteln, dass diese Techniken nur im absoluten Notfall zu verwenden sind.

Das Ziel des Kurses ist es, den Kindern ein Selbstbewusstsein zu vermittlen, das sie stark genug macht, Auseinandersetzungen ohne Gewalt auszutragen und sich in jeder der o.g. Phasen zur Wehr zu setzen.

Unsere Maxime: Jeder vermiedene Kampf ist ein gewonnener Kampf!